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Weissenbrunns erste Braustätte,
die heutige Gampertbräu:
Fritz Zollstab, Wirt zu Weissenbrunn, erhielt am 13.10.1514 von Peter
von Redwitz zu Theisenort die Erlaubnis, die Schenkstatt zu nießen
und zu gebrauchen mit Mulzen, Brauen, Schenken. Vorher mußte
das Bier aus Kronach bezogen werden. Oft gab es aber Klagen über
die schlechte Qualität des gelieferten Bieres. Das bessere tranken
die Kronacher lieber selber. Die Schenkstatt selbst, existiert nach
einer Urkunde bereits im Jahre 1500. Die Brauerei Gampert setzt die
über 500-jährige Tradition dieser ersten Braustätte
in Weißenbrunn fort. Heintz Gampert wird 1619 als erster der
heutigen Besitzerfamilie genannt. Dieser war bereits 1614/15 Schultheiß
im Ort, so wie in späteren Jahren immer wieder Gampert
als Schultheißen erwähnt werden. Mitte des 18. Jahrhunderts
übernahm Johann Heinrich Gampert jun., ein Sohn aus dieser Brauerei,
die in Richtung Kirche gegenüberliegende zweitälteste Brau-
und Schenkstatt der von Redwitz zu Weißenbrunn, die unter dem
Namen Gampert bis 1826 geführt wurde. Die Schenk- und Braustatt
lag im ersten Redwitzer Viertel.
Schenkstatt und Brauerei der von Redwitz zu Weißenbrunn,
die ehemalige Schultheißbräu:
1562 wurde unter dem Dorfherrn Hans von Redwitz zu Weißenbrunn
eine zweite Braustätte im Dorf errichtet, die dazu gehörende
Schenkstatt ist schon 1532 erwähnt. Die Wirte und Bräuer
lassen sich anfangs nicht namentlich den einzelnen Braustätten
zuordnen, doch 1757 ist Johann Heinrich Gampert jun. als Wirt in Weißenbrunn
genannt, daneben sein Vater gleichen Namens, ferner Johann Heinrich
Heublein auf dem Marschalk'schen Wirtshaus und, ohne Inhaber, das
"Bamberger Wirtshaus". - Für Weißenbrunn war
es zu dieser Zeit obligatorisch, daß unter der Bezeichnung Wirtshaus
gleichzeitig die dazugehörende Brauerei mit gemeint war. - Es
ist anzunehmen, daß Johann Heinrich Gampert jun. schon längere
Zeit auf dem Anwesen saß, da 1740 die Witwe des Hans Wendel
auf diesem Wirtshaus erwähnt wird.
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Nach einem Erbteilungsvertrag
von 1826 wissen wir dann, daß Heinrich Gampert, Sohn des
vorstehenden Johann Heinrich jun., seinem Enkel Heinrich Schultheiß
aus Gössersdorf das Gasthaus Haus-Nr. 24 in Weißenbrunn
übertragen hat. Diese Brau- und Schenkstatt war im zweiten
Redwitzer Viertel.
Nach zwei weiteren Generationen Schultheiß übernahm
Anfang der zwanziger Jahre der Schwiegersohn Bernhard Leutheußer
die Brauerei. Dessen Sohn gleichen Namens verkaufte 1968 den
florierenden Familienbetrieb. Über den Brauereikonzern
Schultheiss AG, Berlin, der den "fränkischen Schultheiß"
durch den "Berliner Schultheiß" als Symbolfigur
ersetzte, ging die Brauerei um 1979 in den Besitz der Sailerbräu,
Marktoberdorf über, die hier einige Jahre mit der "Wiederentdeckung"
der Bügelverschlussflasche und ihrem "Altenmünster
Brauerbier" Furore machte. Nach deren Rückzug aus
Weißenbrunn im Jahre 1992 stand das "Brauhaus"
leer und stellte eine geraume Zeit eine Industrieruine dar,
bis es im Jahr 2009 abgerissen wurde. .
Von Marschalk'sche WIrtshaus, zuletzt Christoph Heublein'sche
Brauerei:
Nach einem Verzeichnis des Kastners von Kronach - vom 12.
Okt. 1578 - befindet sich in Weißenbrunn schon eine dritte
Braustätte, die zum Weißenbrunner Besitz des Georg
Marschalk von Ebneth zu Wildenberg gehört. Eine Marschalk'sche
Schenkstatt ist schon 1532 genannt. Als die Schloßherren
von Wildenberg im Jahre 1700 ihren Besitz an das Hochstift Bamberg
verkaufen, fällt auch der Weißenbrunner Besitz und
die Brau- und Schenkstatt als "Neues Marschalk'sches Lehen"
an den Bischof von Bamberg. Um 1800 ist Johann Georg Heublein
Besitzer, ein Johann Heinrich Heublein, Wirt und Brauer, findet
sich bereits 1740. Die Christoph Heublein'sche Brauerei mit
Gasthof und umfangreicher Landwirtschaft geht 1900 nach dem
Konkurs an die benachbarte Brauerei Gampert über. Aus dem
Komplex hat sich das aus dem 18. Jahrhundert stammende Gebäude
Braustrasse 4, Bräustübl, erhalten. |
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